Mach mit, rette Deinen Stadtteil…

Willkommen auf unserer Website.

Wir sind die Interessengemeinschaft „Rettet Horn“ und wollen eine (deutlich) verbesserte Bauplanung von Stadt und Hochbahn erreichen, wenn die Verlängerung der U4 in die „Horner Geest“ umgesetzt werden soll.

Rettet Horn - Keine U4-Verlängerung auf Kosten der Natur, Umwelt und Menschen

Auf allen nachfolgenden Teilen dieser Webseite stellen wir allen Interessierten unsere Links und weitere Materialien kostenlos zur Verfügung.


Wir treffen uns aktuell alle 14 Tage dienstags im Stadtteilhaus „Horner Freiheit“ (Am Gojenboom 46, 22111 Hamburg) um 18:30 Uhr.

NEUE TERMINE:

Die nächsten Termine sind am 17.9.2019 und am 1.10.2019 um 18.30 Uhr.


Material zum Download:

Unterschriftenliste 06/2019

Flyer 06/2019


Für sachliche und begründete Kritik sowie für weitere Fragen stehen wir als Interessengemeinschaft gerne zur Verfügung.

Bei diesem Vorhaben scheinen alle in der Bürgerschaft vertretenen Parteien einmal einer Meinung zu sein – für die U4 Erweiterung zur Horner Geest. Die Hochbahn vertritt den Standpunkt U-Bahn ist toll. Ja, aber – sicher hätte dieser Ausbau für einige Anwohner irgendwann auch Vorteile. Doch mit diesen immensen geplanten Bau-Kosten (250 Mio. Euro je km) und den damit einhergehenden langjährigen Einschränkungen sowie einer mehrjährigen Umweltbelastung mit Lärm, einem erheblichen dauerhaften Anstieg von Kohlenstoffdioxid (Co2), da viele Bäume und Sträucher gerodet werden sollen, Dreck und Staub sowie zusätzlichem Baustellenverkehr, sind wir der Meinung, dass in diesem besonderen Fall ein Ausbau für nur zwei U-Bahnhaltestellen – zur Zeit gibt es 4 Bushaltestellen, die wegfallen würdenauf lediglich 1,9 km Strecke, nicht vertretbar ist. Die von den Verantwortlichen genannte Nutzung von 13.000 Personen oder Fahrten entspricht bei Weitem nicht der Realität, da es in diesem Einzugsgebiet insgesamt nur 13.000 Einwohner gibt.


Wir haben uns zusammengefunden, um gemeinsam den Hamburger Senat, die Bürgerschaft sowie die HOCHBAHN als ausführendes Unternehmen zu einer Korrektur des Bauverfahrens für die U4-Ausfädelung in die Horner Geest (entlang der Manshardtstraße bis zur Dannerallee) zu bewegen. Wir haben gute Gründe dafür.

Im Zentrum unserer Kritik steht die geplante Umsetzung des Projektes auf der einen und die Sinnhaftigkeit der U4-Verlängerung auf der anderen Seite.

Wir sind der Meinung, dass es eine Umsetzung sein sollte, die für den Menschen, die Natur und die Umwelt nicht nur verträglich ist, sondern auch nachhaltig sein sollte, damit Horn lebenswert und der städtebauliche Charakter der Manshardtstraße erhalten bleibt.
Die massive Baumaßnahme würde für die Horner einen sehr starken Einschnitt in die Lebensqualität für mindestens 7 Jahre bedeuten. Die politischen Akteure sind sich dieser Einschnitte sehr wohl bewusst, so sagte der SPD Politiker Falko Droßmann in einem 90,3 Interview „das werden harte Jahre werden, keine Frage“.

Bei der Auseinandersetzung mit der U4 Verlängerung haben uns die Planfestellungsunterlagen der Hochbahn aufgezeigt, dass die Sinnhaftigkeit dieses 511 Millionen-Projektes in Frage gestellt werden darf. Die Experten der Hochbahn kommen nämlich selbst zu dem Ergebnis, dass die Busse die steigenden Fahrgastzahlen bewältigen könnten. Es bedürfe lediglich eines Kapazitätsausbaus der bestehenden Buslinien, um die zusätzlichen Bedarfe in Zukunft abzudecken (Anlage 02.00 – Planfeststellungunterlagen).
Warum der Senat diese Lösung nicht in Betracht gezogen hat, ist sehr traurig.
Dass das gesamte Projekt volkswirtschaftlich sogar fragwürdig ist, zeigen die Berechnungen der Hochbahn. Der Nutzen-Kosten-Faktor liegt nur bei 1,1. Diese Zahl sagt aus, dass der Nutzen gerade über den Kosten liegt. Wir haben uns mit der Berechnung beschäftigt und festgestellt, dass viele hohe Investitionskosten unberücksichtigt blieben. Dieser Faktor wäre wahrscheinlich anders ausgefallen, wenn alle Kosten berücksichtigt worden wären.  Nur weil der Faktor > 1 ist, kann die Stadt Hamburg einen Bundeszuschuss von bis zu 170 Mio. Euro bekommen (gem. Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz). Leider ist die Nutzen-Kosten-Berechnung nicht für die Allgemeinheit zugänglich. Und das, obwohl es in Hamburg ein Transparenzgesetz gibt.

Sollte die Umsetzung in der vom Senat geplanten Weise erfolgen, werden die negativen Folgen für die Natur, Umwelt und die in Horn und Umgebung wohnenden Menschen sehr drastisch sein. Die Politik ist sich der Folgen wohl bewusst:

— Während der Bauzeit müssten Buslinien und Haltepunkte verlegt werden. Grundsätzlich würden die beiden Haltestellen Sandkamp + Rudolf-Roß-Allee wegfallen. Längere Fußwege dürften damit für die Bewohner unausweichlich sein. Besonders auf Gehhilfen angewiesene Personen und Mütter/ Väter mit Kinderwagen würden darunter vermutlich sehr leiden.

— Durch die massive Baumaßnahme an der Manshardtstraße würde sich der Verkehr auf die umliegenden, bereits schon jetzt verstopften Straßen, verlagern. Es sind Umleitungen durch kleine Seitenstraßen geplant. Wir sorgen uns um die Sicherheit der Kinder. Ebenso, ob im Notfall der Notarzt und die Feuerwehr schnell zur Stelle sein könnten.  

— Auch die Lärmbelästigung dürfte vielen Hornern zu schaffen machen. Der durch Bauarbeiten und LKW bedingte Lärm (bis zu 20.000 LKW-Fuhren sollen den Aushub hin und her transportieren, auch durch kleinere Wohnstraßen) dürfte nicht ohne Einfluss auf die Gesundheit bleiben. Der zu erwartende Lärm würde sich sehr wahrscheinlich negativ auf die Kommunikation, die Erholung und die Entspannung der Horner auswirken. Anzumerken ist, dass Lärm ein Wirtschaftsfaktor ist. Mehr als 150 Mio. € zahlen die Berufsgenossenschaften jährlich wegen lärmbedingter Frühinvalidität. Gemäß der Hochbahn würden Überschreitungen der Richtwerte der „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm – Geräuschimmissionen“ auftreten – bis zu 88 dBA. Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen würden keine vollständige Abhilfe schaffen können. Die Hochbahn empfiehlt den Hornern die Fenster geschlossen zu halten. Leider sind die Fenster die größten Schwachstellen bei der Lärmdämmung. In Horn sind über 90% der Häuser älteren Datums. Hinzukommt, dass geschlossene Fenster im Sommer keine Erholung bieten.

— Die massive Baumaßnahme würde einen sehr drastischen Einfluss auf die Natur, die Umwelt und das Klima bedeuten. Mindestens 770 Bäume und Sträucher sollen gerodet werden. Das bedeutet für viele Tiere in der Manshardtstraße, dass ihr „Wohnort Baum“ vernichtet werden würde. Aufgrund der schlechten Luftverhältnisse in Hamburg hat der BUND vor einigen Wochen die Bürgerschaft aufgefordert den Klimanotstand auszurufen. Warum aber der große Altbaumbestand in Horn wegfallen soll, verstehen die Menschen nicht.  Gerade die Bäume agieren als Luftreiniger (Umwandlung von CO2 in Sauerstoff). Bereits ein einziger der sehr großen Bäume kann eine Absorptionsfläche von etwa 1200-1500 Quadratmetern bieten. Dadurch würde etwa 1,7 kg Sauerstoff pro Stunde produziert werden. Mit diesem können 50 Personen eine Stunde lang atmen (Freiburger Biologe und Pflanzenphysiologe Edgar Wagner). Leider können die Bäume nur zu einem kleinen Teil nachgepflanzt werden. Etwa 550 Bäume könnten in Horn als Ersatz gepflanzt werden, sagen die Politiker. Eigentlich müssten es aber 2.000 Bäume sein, so die Experten der Hochbahn. Den entsprechenden Platz hierfür gebe es jedoch vor Ort nicht.  Der Altbaumbestand an der Manshardtstraße ist auch deshalb so wertvoll für die Menschen, weil die Bäume als Lärmschutzwall dienen und Schatten und Kühle spenden.

Daneben bieten die Bäume in der Manshardtstraße Schutz für 41 zum Teil auf der roten Liste stehende Vogelarten und 7 geschützte Fledermausarten. In Deutschland sind 25 Fledermausarten heimisch. In Hamburg gibt es noch 14. Wir fordern, dass Fledermäuse in Horn angesiedelt bleiben. Ihr Schutz wurde sogar in mehreren Gesetzen verankert: 1993 wurde durch die Bundesrepublik Deutschland das „Gesetz zum Abkommen zur Erhaltung der Fledermäuse in Europa“ verabschiedet. Außerdem sind Fledermäuse laut § 20e (1) Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit der Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung als „vom Aussterben bedrohte“ Tiere besonders geschützt. Es sind die Brut-, Wohn- und Zufluchtsstätten dieser Tiere gegen Entnahme, Beschädigung und Zerstörung geschützt.
Dass keine Zufluchtsstätten der nachtaktiven Tiere zerstört werden würden, konnte die Hochbahn nicht garantieren.

— Wie es sich mit dem Grundwasser verhalten würde, ist auch unklar. Der Grundwasserpegel in der Horner Geest ist bereits auf einem sehr hohen Niveau. Durch die massive Baumaßnahme bestünde die Gefahr, dass Grundwasser in die Häuser eindringen würde. Die Hochbahn würde zwar versuchen das mit allen Mitteln zu vermeiden, ob das am Ende gelingen würde, bleibt ungewiss.

— Das Horner- und das Schiffbeker Moor gehören zum Leben der Horner dazu. Durch die massive Baumaßnahme würden diese teilweise zerstört. Ob die Moorfrösche das überleben würden, ist sehr fraglich.

— Durch die Bauarbeiten müsste die U-Bahn-Station Horner Rennbahn für mindestens 8 Monate gesperrt werden. Es gäbe einen Schienenersatzverkehr zwischen Legienstraße und Rauhes Haus. Vor allem die Bahnfahrer werden im Berufsverkehr darunter zu leiden haben. Daneben müsste für den Bau des Kehrgleises auch die U-Bahn-Station Burgstraße für einige Monate gesperrt und durch einen Schienenersatzverkehr bedient werden.

— Die Galopprennbahn Hamburg-Horn würde zum Teil zur Ablagestelle für das Erdreich, das getrocknet werden muss.

— Während der Bauzeit von mindestens 7 Jahren würden fast 1000 Parkplätze für Anwohner wegfallen.

— Das Bauprojekt würde das Aus für ein beliebtes Restaurant an der Horner Rennbahn bedeuten.

Wir sind eine Gruppe von an der Lebensqualität vor Ort interessierter Hornerinnen und Hornern. Wir sind der Meinung, dass die Natur und Umwelt in Horn geschützt werden muss. Die Erhaltung von urbanem Grün ist eine lohnende Investition. Viele Städte und Gemeinden erkennen das dieser Tage an.

Weil die U-Bahn auch zu einem Großteil mit einem Schildvortrieb unterirdisch gebaut werden könnte, fordern wir den Senat auf, darüber nachzudenken. Wir sind der Meinung, dass Mehrkosten von ca. 10-15% zur Erhaltung der Natur und Umwelt das rechtfertigen. Wir brauchen die Luft zum Atmen.

Wir haben bereits mehr als 3500 Stimmen gegen das Projekt gesammelt.

Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Unterstützung – über jede Hilfe, um ein besseres Bauprojekt für eine U4-Verlängerung in Richtung Horner Geest zu erreichen.

Und ganz wichtig: Zum jetzigen Zeitpunkt wurde eine Baugenehmigung noch nicht erteilt.

 

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6 Gedanken zu „Mach mit, rette Deinen Stadtteil…“

  1. Hallo an die naturliebenden und lebensinteressierten Menschen in unserem Quaree in Horn,

    alles was der rot-grüne Senat uns Menschen, den Bewohnern und demokratischen Wählern im Stadtteil Horn da zumutet w i d e r s p r i c h t in allem der Ratio
    und dem Quartiersleben von und hier lebenden Menschen, vorallem aber dem Umweltgedanken der nun endlich „entdeckt“ wurde von ganz links bis ganz rechts.

    Da unterstützen lautstark über alle Medien diese Leute in der Hamburger Politik jedes freitägliche Protestieren von Kindern um deren Zukunft weil die Natur und die Umwelt kaputt geht und andererseits will dieser rot-grüßen Senat gedanklos eine Natur mit allem was da kreucht und fleucht an Leben einfach so platt machen – und das nur aus profitgründen und des schnöden Mommons wegen, denn kein anderer Grund ist zu akzeptieren!

    Wir werden uns weiter gegen dieses unsinnige Vorhaben sträuben – wir wollen keine Steppenlandschaft für die nächsten 50 Jahre – wir wollen umweltverträglichen ÖPNV mit klima-freundlichen Bussen, die für die wenigen Minuten Fahrzeit bis zur U-Bahn Horner Rennbahn ausreichend sind.

    Alles andere ist Frevel an Mensch und Natur und widerspricht zutiefst dem KERN der Partei Die GRÜNEN und dem Prinzip des SOZIALEN und DEMOKRATISCHEN
    der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

    Klaus-Dieter Wohlgemuth

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    1. Sehr geehrter Herr Wohlgemuth,
      wie ich Ihnen bereits am 10.8.19 persönlich schrieb, bestätigt uns Ihr Kommentar sehr in unserem Engagement. Vielen Dank dafür.
      Wir planen noch einige Aktionen und werden Sie auf dem laufenden halten.
      Beste Grüße
      Erika Martens

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  2. Ich habe großen Respekt vor den Mitgliedern der IG/AG. Toll, nicht alles hinzunehmen, was von oben…kommt und demokratische Mittel zu nutzen. Eine sehr gute Öffentlichkeitsarbeit, wie ich finde. Wahrscheinlich sind NABU und BUND im Boot. Wusstet ihr, dass Bienen extrem lärmempfindlich sind? Danke auch in ihrem Namen für euer Engagement!

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    1. Hallo Andrea,
      vielen Dank für deinen positiven Zuspruch – ich habe dir ja eben auch persönlich geschrieben.
      Dass Bienen sehr lärmempfindlich sind, wusste ich tatsächlich noch nicht. Diese Information nehmen wir mit zu unseren Argumenten.
      Beide Umweltorganisationen haben sich zur offenen Bauweise sehr kritisch geäußert. Wir hoffen sehr, dass sie auch weiterhin am Projekt
      dranbleiben. Leider gibt es ja gerade in Hamburg sehr viele Projekte, die nicht im Einklang mit der Natur sind.
      Vielleicht hast du Zeit bei einer oder beiden geplanten kommenden Aktionen von uns dabei zu sein.
      Beste Grüße
      Erika

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  3. Für alle Kinder der Natur, welche uns jeden Tag sichtbar den Schöpfer zeigt, der doch angeblich so verborgen ist, möchte ich hier die Worte unseres großen Freiheitsdichters Friedrich Schiller wiederholen:
    „Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.“
    Die Politiker aller Parteien sind unsere Diener und wir bestimmen als Bürger ihr Kommen und Gehen. Bei der Wahl zur nächsten Bürgerschaft sollten wir es
    allen sogen. Volksvertretern, die nur ihre eigenen Interessen kennen, faustdick hinter die Ohren schreiben. Wenn nötig, dabei richtig aufdrücken.

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    1. Sehr geehrter Herr Bartsch,
      sehr gut formuliert. Ja, es lohnt sich auf jeden Fall sich zu engagieren.
      Vielleicht dürfen Sie bei den kommenden Aktionen auf Sie zählen?
      Beste Grüße
      Erika Martens

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